The Answer Is Always Yes

Die australische Singer-Songwriterin Alex Lahey gewann am 02.10.2023 im Chelsea mit ihren griffigen Songs die Herzen. Mit dabei ihr drittes Album "The Answer is Always Yes" und ihre Band. Selbst Songs über die Pandemie klangen hier so cool wie nie.

Dick anziehen brauchte man sich an diesem 02.10.2023 nicht, weder drinnen noch draußen. So war der Schanigarten vorm Chelsea gut gefüllt.
Mit einer dementsprechend überschaulichen Menge im Club hatten währenddessen Here For A Reason zu kämpfen. Die Pop Punk Band aus Wien versuchte das Flair ihrer (Pop-) Punk Helden wie Blink182 und Green Day heraufzubeschwören, was ihren am besten mit einem Cover aus verschieden Medleys aus den Tagen des Poppunk gelang. Ihr Song "Standby" stand ebenfalls auf der Playlist, es juckte einen schon, ein kleiner Pit, zumindest ein bisschen gegeneinander schubsen, doch im Saal bewegte sich niemand. Der Frontman mühte sich vergebens mit der Arbeit des störrischen Publikums ab. Man sah die Ambitionen der vier Herren auf der Bühne, jedoch dürf(t)en sie sich noch einen Funken mehr Eigenständigkeit trauen um aus dem großen Poppunk-Brei herauszustechen.

Danach zeigte sich das Chelsea wie verwandelt, nicht nur war es voller, sondern die Stimmung auch wärmer. Einige der Besucher:innen wagten es gar zu tanzen, als Alex Lahey mit "On The Way Down" ihr Set startete. Erst schüchtern, dann lauter, sangen sogar manche Fans die Lieder der Australierin mit, die mit ihrer Band ihren ersten Auftritt in Wien absolvierte. Es gefiele ihnen sehr gut hier, bemerkte Lahey, die immer noch ein klein wenig mit dem Jetlag kämpfte. Manchmal käme man in ein richtiges ‚shithole‘, lachte sie. Die Musikerin, die von Bassitin Jen aus Chicago, Matt (Gitarre) und Jessica (Drums) aus Melbourne unterstützt wurde, wechselte zwischen Stücken aus ihrem neuen Album The Answer Is Always Yes und älteren Stücken wie zum Beispiel "Wes Anderson" (B-Grade University). Diese Mischung fand beim Publikum großen Anklang. "Congratulations" widmete man den zwei Ex, die miteinander vor den Traualtar getreten sind. Ein gelungener Wechsel zwischen Indie und ganz leichtem Poppunk. So catchy,  auch das Lied "Good Time" und der Lovesong "Makes Me Sick".  Letzteren spielte Lahey auf der verstärkten Acoustic-Gitarre. "Newsreader" überhaupt als Solo auf dem besagten Instrument. Es ist eine Erinnerung an die Zeiten als Covid das Leben bestimmte. Die  Begleitband hielt entspannt im Hintergrund, erwies sich allerdings als großartige Musiker:innen, wo jeder Ton saß. Lahey sprach weiter über Covid in Australien und die Auswirkungen auf ihr Album. "I had a good time at mom‘s", erzählte Alex und rechnete nicht damit, so lange dort zu sein. Die perfekte Ankündigung für ihr Lied "Permanent". Kurz darauf, als Matt an seinem Effektboard und seiner Gitarre schraubte, meinte sie amüsiert: "The Train is part of the band. Okay the subway!" Zu "Good Time" konnte man nur tanzen und einmal mehr zeigte sich Laheys Gespür für Songwriting, das sie über die Jahre erweiterte. Der Titel The Answer Is Always Yes sei angelehnt an eine Impro Comedy Show, bei der gewisse Regeln gelten, erläuterte Alex Lahey gegen Schluss. Den Bühnenabgang für die Zugabe ersparte sich das Quartett gleich, denn sie würden uns nicht für blöd verkaufen und ein 'peek-a-boo' –quasi ein lausiges Versteckspiel für kleine Kinder "mit uns" spielen. Die Musiker:innen erfreuten stattdessen mit drei Liedern als Encore- "Every Day’s The Weekend" ,"The Answer is Always Yes" und "I Haven’t Been Taking Care Of Myself“-einmal noch an diesem Abend das Chelsea, bevor es zum ausgiebigen Autogramme schreiben an den Merchtisch ging. Vielleicht funktioniert es ja, dass der Wunsch nach einem Wiedersehen mit Lahey einfach mit 'YES' beantwortet wird.


Setliste:
On The Way Down
They Wouldn't Let Me In
You'll Never Get Your Money Back
Wes Anderson
Makes Me Sick
Congratulations
You Don't Think You Like People Like Me
Misery Guts
Newsreader
Permanent
Good Time
Every Day’s The Weekend
The Answer is Always Yes
I Haven’t Been Taking Care Of Myself

 

Stephanie Ambros
Kathrin
Suppanz