Jacobs Moor - Self

„Self“ heißt das neue Album der Metal Band "Jacobs Moor", auf dem moderner, dynamischer Thrash Metal gekonnt Melodie und Härte gleichermaßen in sich vereint.

Jacobs Moor aus Wien und OÖ halten seit 2010 die Fahnen des Thrash Metals hoch und erweisen sich dabei als ungemein fleißige Zeitgenossen. Denn in den letzten 3,5 Jahren erschienen nicht weniger als zwei Full Length-Alben und eine EP, und das alles ohne ein (finanzkräftiges) Label im Hintergrund. Und auch am Livesektor war man in diesem Zeitraum bekanntlich höchst aktiv.

„Self“ heißt das neue, neun Tracks (plus Intro) umfassende Output. Mit dem bereits vom YouTube-Channel bekannten „Watching Atrocities“ wird die Marschrichtung definiert: Moderner, dynamischer Thrash Metal, der gekonnt Melodie und Härte gleichermaßen in sich vereint. „The Abscene of me“ geht ebenso als gnadenlose Thrash-Abrissbirne mit gewohnt stimmigem Refrain sowie großartiger Soli durch. Zu den absoluten Highlight der Scheibe zählt sicherlich der Titeltrack „Self“, dessen Refrain sich gleich fest in die Gehörgänge fräst und dort lange verweilt.

Jacobs Moor ließen sich hörbar von alten True Metal-Helden wie Iron Maiden oder Thrash-Göttern à la Slayer inspirieren, sowie bei vielen groovigen Parts auch von Vertreter der Metalcore-Schule Pate, und ein gewisse Vorliebe für progressive (Metal-)Spielarten können die Protagonisten auch nicht verleugnen. Und diese stilistische, dem Hörgenuss absolut zuträgliche Vielfalt, zieht sich auch wie ein roter Faden durch das ganze Album. Erfreulicherweise flaut das Werk auch zum Ende nicht ab, d.h. die Qualität konnte weitgehend gehalten werden. Und mit dem abschließenden „Hopeless Eneavour“ wurde eine bärenstarke Power Metal-Hymne kreiert, die auch mal in balladeske Gefilde abgleitet, und bei der Frontmann Richard Krenmaier und natürlich Gitarrist Rupert Träxler (sowie freilich die gesamte Band) einmal ihr gesamtes (großes!) Können ausspielen dürfen.

Fazit: Starkes zweites Album von Jacobs Moor, auch das Drumherum, sprich Artwork (von Christian Taschner) samt Bandfotos (Helmut Berger) weiß vollends zu gefallen. Auch die Produktion, für die sich Drummer Rainer Lidauer persönlich verantwortlich zeichnet, erweist sich als überaus professionell. Das Mastering des Albums erledigte übrigens niemand anderer als Tony Lindgren im schwedischen Fascinationstreet Studio, wo bereits Szeneikonen wie Kreator, Hammerfall oder Amon Amarth aufnahmen.

Bleibt nur zu hoffen, dass ein renommiertes Label bald die Jungs unter ihre Fittiche nimmt und das Potential der Band voll ausgeschöpft wird.

 

 

Thomas Hutterer