We Have Mexico at Home #1: Tortillas

Die mexikanische Küche genießt weltweit einen ausgezeichneten Ruf als Comfort und Street Food, wenn man allerdings in Europa das nächstgelegene mexikanische Lokal aufsucht endet es meistens in einer geschmacklichen Enttäuschung mit gesalzenen Preisen obendrauf. Daher hier der erste Teil des Guides wie man sich die Aromen Mexikos für kleines Geld einfach nach Hause holt.

Wenn man sich eine Liste mexikanischer Gerichte anschaut, beginnt die Beschreibung meist so: „Also man nimmt Tortillas und dann…“ Die kleinen Fladen werden traditionell aus nixtamalisiertem Maismehl gemacht, im Norden des Landes allerdings meist aus Weizenmehl, die Zubereitung ist aber im Prinzip dieselbe Methode. Auch die Zutatenliste ist angenehm kurz – das bereits erwähnte nixtamalisierte Maismehl im Verhältnis 1:1 mit lauwarmem Wasser und eine Prise Salz (mit einem Messbecher kommt man auf etwa fünf Tortillas mit etwa zehn Zentimeter Durchmesser). Bei der Wassertemperatur gilt die Faustregel: Es soll heiß sein, aber nicht so heiß, dass man den Finger nicht mindestens sieben Sekunden im Wasser lassen kann. Diese drei Zutaten werden in einer Schüssel vermischt bis ein Teig entsteht, der etwa die Konsistenz von Plastilin hat. Wenn er zu staubig oder zu weich ist muss man dementsprechend mit etwas Fingerspitzengefühl mehr Wasser oder Mehl hinzufügen und einkneten.

Hier kommt dann der etwas schwierigere Teil des Ganzen – die Tortillas formen. Hier gibt es zwei Möglichkeiten, man kann eine Tortillapresse nutzen, hier beide Flächen mit Frischhaltefolie umwickeln damit der Teig nicht anklebt, kleine Kugeln mit ca. zwei bis drei Zentimetern Durchmesser formen und diese dann einzeln in der Presse - wie der Name es verrät – zu Tortillas pressen. Wenn sie beim Öffnen der Presse nicht intakt bleiben, liegt das meist an einem zu nassen Teig, also einen Teelöffel Mehl hinzufügen, neu kneten und sich nicht entmutigen lassen! Wer, wie der Großteil der Menschen, keine eigene Tortillapresse zu Hause hat kann sich hier ganz einfach mit einem Gefrierbeutel und einem großen Kochtopf mit flachem Boden helfen. Den Gefrierbeutel an den Längsseiten aufschneiden, so dass ein langes Stück Plastikfolie mit Falz in der Mitte entsteht, hier zwischen die zwei „Seiten“ des vormaligen Sackerls die Kugel platzieren, die andere Hälfte des Plastiks über die Kugel legen und mit dem Topf hinunterdrücken um die Kugel zu einer Tortilla zu plätten. Dann genau wie von der Presse vom Plastik lösen – durch die Flexibilität des Plastiks ist diese Methode auch tendenziell ein bisschen einfacher zu handhaben als die der Presse.

Wenn man dann die erste Flade fertig geformt hat muss diese in eine flache Pfanne ohne Öl auf erhitzt werden bis sie entweder erste Röstflecken entwickelt oder sich im Teig blasen bilden, einmal wenden und das ganze auf der anderen Seite nochmal und fertig ist die Tortilla!

 

Kathrin Suppanz