Kreisky + Fijuka | Arena | 24.04.2014

Kreisky + Fijuka
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27. April 2014
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Arena

Fijuka eröffneten an diesem verregneten, gewittrigen Donnerstag den Abend in der zu diesem Zeitpunkt noch äußerst spärlich besuchten Arena. Die beiden Damen ließen sich nicht irritieren und starteten voller Elan ihr mitreißendes Set. Von Song zu Song füllte sich die Halle zunehmends und das deutsch-österreichische Duo konnte nun ihre Songs vor einer angemessen großen Zuschauermenge präsentieren. Fijuka bewiesen eindrucksvoll, dass sie es wert sind, sich durch Regen und Gewitter zu kämpfen: während Judith Filimónova ihrem Bass die wundervollsten Basslines entlockt, singt und tanzt Ankathie und steckt mit ihrer Freude auch jeden noch so großen Tanzmuffel an. Besonders die letzte Nummer des Sets, „Behave (from now on)“, ein sowieso immer großartiger Song, klang an diesem Abend noch ein bisschen funkiger, noch ein bisschen tanzbarer und noch ein bisschen besser als sonst.

Kurz danach betrat auch schon die Band die Bühne, wegen der man sich an diesem Abend eigentlich in der Arena eingefunden hatte. Kreisky präsentierten ihr neues, bereits viertes Album Blick über die Alpen. Kreisky stehen für Grant und Gesellschaftskritik gepaart mit einer ordentlichen Portion Humor. Überraschenderweise funktionieren Kreisky in allen möglichen Gesellschafts- und Altersgruppen: vom Cocktail trinkenden Herrn im Anzug, der Dame in High Heels über aufgeregte Teenies bis zum typischen Studenten reicht die Bandbreite ihres Publikums. Immerhin hat sich die Band in den vergangenen Jahren einen grandiosen Ruf als Live-Band und ein dementsprechend großes Stammpublikum erspielt. Wer nur die Platten von Kreisky kennt, kennt die Band nicht wirklich: man muss sie live gesehen haben, denn erst so entlädt sich die ganze Energie, die in der Band steckt. Sänger Franz Adrian Wenzel ist ein Erlebnis für sich: seine Performance strotzt nur so vor Energie - und vor Komik. Die Anekdoten, die er zwischen den Songs zum Besten gibt, haben eher die Bezeichnung „Kabarett“ verdient. Vor allem in Anbetracht dessen, wie grantig die Texte von Kreisky sind, ist diese Ambivalenz ein besonders gelungener Kniff. Die Band brennt für die Bühne und vergisst alles um sich herum: auch Lieder zu spielen, die eigentlich auf der Setlist stehen ("Bitte Bitte"). Alte Hasen und Show-Profis wie Kreisky nahmen es mit Humor, holten ihn bei der Zugabe einfach nach und lieferten damit auch gleich einen der Höhepunkte des Konzertes. Alles hat ein Ende, nur ein Kreisky-Konzert hat drei: Das Publikum in der inzwischen sehr vollen Arena war begeistert und konnte nicht genug bekommen: gleich zwei Mal kam die Band für Zugaben zurück auf die Bühne. Bleibt nur noch eins zu sagen: "Die Straße ist lang und die Menschen sind schlecht".