Frequency 2016 | Tag 3

Frequency 2016 | Tag 3
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20. August 2016
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VAZ St. Pölten

Ist es die Hitze oder der Hangover vom Vortag? Irgendeinen Grund muss es wohl geben, warum die Besucher des Frequency Festivals sich am dritten Tag erst wieder langsam vor die Bühnen trauen.

So müssen die ersten Bands auf allen drei Bühnen ihre undankbaren Nachmittags-Slots vor wenig bis keinen Zuschauern absolvieren – BØRNS, die als zweite Band des Tages die Weekender Stage bespielt haben, sollen, so erzählt man es sich dann später, aber ein echter Geheimtipp gewesen sein. Wer es früh genug zu den Bühnen schaffte, wurde also belohnt.

Die Green Stage wird heute von vielen vor allem mit einem ironischen Augenzwinkern besucht. Bands wie WIZO und Limp Bizkit haben die Jugend eines so manchen Besuchers hier gesoundtracked und obwohl man heute anderes hört, lässt man sich das nostalgische Schwelgen vor der Bühne nicht nehmen.

Auch die Space Stage wartet mit ein paar alten Hasen auf und es sind vor allem die Kills, die eine große Menge an hartgesottenen Fans anziehen.
Das Publikum verdreifacht sich, als die Band die Bühne betritt. Sprechchöre, hochgehaltene Plakate und euphorischer Jubel zeigen, dass die Gruppe um Alison Mosshart und Jamie Hince auch nach ihrem fünften Album noch maßenhaft Menschen zu begeistern vermag.
Mosshart, die sich gerade erst von einer Lungenentzündung erholt hat (die Band hatte alle Termine der letzten zwei Wochen abgesagt), ist immer noch etwas blass, aber sichtlich erfreut darüber, wieder auf der Bühne stehen zu können – und noch viel mehr darüber, wie viel Liebe ihr das österreichische Publikum entgegenbringt.
Die Liebe wird erwidert, immer wieder flirtet Mosshart mit der Menge und lächelt überglücklich ins Publikum. Auch mit ihrem Bandkollegen turtelt sie herum – das ist so süß mitanzusehen, dass man es der Band verzeiht, dass sie eine sehr unausgewogene Setlist spielen, in der, mit einer Ausnahme, keine Songs vom Blood Pressures Album Platz haben.

Nach den Kills betreten dann Bloc Party die Space Stage, auch hier gibt es viele Fans und aufmerksam lauschende Besucher.

So richtig Gänsehaut bekommt man dann aber erst bei Massive Attack, die, eingehüllt in die schwarze St. Pöltner Nacht, mit ihrer atmosphärischen, basslastigen Musik Münder offen stehen lassen und beinahe jeden Zuschauer in ihren Bann ziehen.

Fast wünschte man sich, sie hätten den Abschluss des Abends bestritten, so waren es dann aber Manu Chao, die zumindest ihre eigenen Fans glücklich machten.   

Christina
Masarei