Ezra Furman | 03.11.2016 | WUK

Ezra Furman
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3. November 2016
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WUK

Fast genau ein Jahr ist es her, dass Ezra Furman die österreichische Landeshauptstadt das letzte Mal besucht hat. Seither hat sich im Leben des Songwriters aus Chicago viel getan.  Im Juni 2016 veröffentlichte er die EP „Big Fugitive Life“, die von der internationalen Musikpresse mit Lob überhäuft wurde. Anschließend an das großartige Medienecho, ist er nun zur größten Tour in seiner bisherigen Karriere aufgebrochen, die ihm unter anderem einen Auftritt im legendären Londoner Roundhouse beschert hat. Auch Wien hat die Ehre von Ezra besucht zu werden, wie es am 03. November im WUK geschehen ist.

Schon während des Sets der Vorband Japanese Breakfast ist die Halle voll von Menschen, die der Band aus Philadelphia einiges an Euphorie entgegenbringt. Nicht zu viel jedoch, um sich noch einiges davon für den Star des Abends aufzubewahren: Ezra Furman. Als dieser in rotem Blumenkleid und Perlenkette die Bühne betritt, geht eine Welle aus „Awwws“ durch die Halle. Ezra, der sich mit zunehmendem Alter immer mehr selbst zu finden scheint und dabei auch seine feminine Seite entdeckt und hervorkehrt, ist wahrlich entzückend als er – schüchtern und dennoch einnehmend – zu einer Show gespickt mit seinen besten Songs ausholt.

Beginnend mit „Anything Can Happen“ spielt er sich gemeinsam mit seiner Band durch eine Setlist, die hauptsächlich aus Songs seiner letzten beiden Alben „Perpetual Motion People“ und „Day of the Dog“ besteht. Am Anfang noch relativ gut gelaunt und ausgelassen, nehmen Ezras Ansagen zwischen den Songs im fortgeschrittenen Abend einen immer ernsteren Tonfall an. Er redet über Autoritäten, Mobbing in der Schule und hasserfüllte Menschen, von denen sich – so Ezra – niemand etwas sagen lassen solle.
So positiv er zu klingen versucht – ganz weiß man nicht, ob man ihm diese Stärke abkaufen kann, denn aus seinen Songs spricht vor allem Trauer. “I’m sick of this evening already“, ändert er die erste Zeile seines Songs “Ordinary Life” ab und tatsächlich – an manchen Punkten während des Konzertes hat man das Gefühl, Ezra wäre lieber woanders. Das Publikum jedoch, das ist froh, dass er da ist und hofft wohl schon jetzt auf ein baldiges Wiedersehen!

 

Christina
Masarei