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Wir sind Helden im Interview

2008-08-04 15:07:23

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FM5 hat für euch am 19. Szene Open Air die Gelegenheit gehabt mit der äußerst sympathischen Judith von Wir sind Helden zu sprechen...

FM5: Um euch ist es ja in letzter Zeit ziemlich ruhig geworden. Warum ist das so?

Judith: Wir reisen ja mit Baby und sind dadurch nicht so unfassbar fleißig gewesen. Wir haben dadurch ungefähr halb soviel gemacht. Halb so viele Konzerte, halb so viele Interviews und es eher entspannt angehen lassen. Ehrlich gesagt amüsieren wir uns dabei außerordentlich gut. Dazu muss man noch sagen, dass uns unsere Plattenfirma unterm Arsch Pleite gegangen ist und das unserer Platte nicht besonders gut getan hat da sie nicht besonders toll bearbeitet wurde.

Ihr seid ja eine Band die es mehr oder weniger aus eigener Kraft geschafft hat. Was haltet ihr daher von Shows wie Deutschland sucht den Superstar?

Ich muss sagen, dass wenn das nicht der Bohlen machen würde, sondern jemand der wirklich was mit Musik zu tun hat, dann hätte ich überhaupt kein Problem damit (lacht). Ich kuck das in den letzten Runden eigentlich sehr gerne, denn ich habe relative viele Freunde die so reine Interpreten sind, wie zum Beispiel beim Musical. Ich habe ein Herz für so was. Ich gehe auch gern zu Karaoke. Für mich ist DSDS praktisch „Karaoke – Die Fernsehsendung“. Das einzige was man sich echt sparen kann sind diese menschenfeindlichen ersten Runden, in denen es halt nur darum geht sich über Leute lustig zu machen.

Glaubst du, dass du eine Chance hättest wenn du mitmachen würdest?

Nein. Dort treten ja wirklich nur reine Interpreten an, bei denen es darum geht, dass sie möglichst alles singen können. So eine Stimme habe ich gar nicht.

Euch gibt es ja mittlerweile schon einige Jahre. Was müsste passieren damit ihr eure Karriere beendet?

Wenn es keinen Spaß mehr machen würde. Ich hoffe sehr, dass es so gut weiterfunktionieren wird mit Kind, oder irgendwann auch Kindern zu touren. Wir sind eine Band der Freundschaften und Familie äußerst wichtig sind und wir würden uns jetzt nicht für ein Rock’n’Roll Leben entscheiden das nicht mit einem normalen Leben vereinbar wäre.

Was wäre euer Plan B gewesen, wenn ihr es nicht soweit geschafft hättet?

Also ich glaube ich hätte wahrscheinlich irgendetwas anderes geschrieben. Ich komm ja praktisch vom Schreiben. Ich hätte wahrscheinlich auch immer irgendwie Musik gemacht. Nur halt auf einem anderen Niveau. Vielleicht Romane geschrieben oder zur Not für eine Zeitung.

Warum zur Not?

Ich habe mal für eine Zeitung geschrieben und zur Not weil man das ja nicht unbedingt singen kann (lacht).

Wie ist es bei dir? Wie schreibst du deine Lieder? Setzt du dich hin und denkst dir ich will jetzt ein Lied schreiben oder überkommt dich das einfach?

Also die Lieder schreiben wir alle sehr gleichmäßig verteilt, die Texte schreibe ich und das sehr unterschiedlich. Also es gibt Momente da springt mich irgendetwas an. Das trage ich dann aber manchmal noch drei Monate mit mir rum. Oft gibt es eben Phasen die sind irrational, und sehr wenig zu planen in denen Inspiration kommt. Aber es gibt schon auch Momente in denen man sich hinsetzt und quasi Handwerklich an die Sache herangeht und sich denkt jetzt setzte ich mich hin und schreib die Sache fertig.

Wenn wir gerade bei euren Liedern sind. Was ist eigentlich dein persönliches Lieblingslied von euch?

Schwierig (überlegt). Auf der aktuellen Platte würde ich sagen An die Arbeit und Stiller. Weil das zwei Pole für mich sind. Das würde mir spontan einfallen. Es ist einfach schwer zu sagen (lacht).

Gibt’s auch einen Song der dir gar nicht mehr gefällt, den du eigentlich gar nicht mehr performen willst?

Nein, eigentlich nicht. Es gibt manche die aus bestimmten Gründen schwer zu spielen sind. Bei denen es schwer ist meinen Gesang mit dem Gespielten auf der Gitarre zu verbinden. Das sind dann auch oft die Songs die nie wirklich rund laufen und bei denen es schwer ist mich zu entspannen. Einer davon ist zum Beispiel Soundso.

Wie du vorher schon gesagt hast, euer Kind ist ja immer mit auf Tour. Wie managet ihr dass, wenn das Kind einmal in die Schule muss?

Das wird schwierig und wir wissen es ehrlich gesagt auch noch nicht wirklich. Vielleicht eine Schulferientour (schmunzelt)?

Glaubst du das ihr strenge Eltern seit?

Nicht wirklich. Aber auch nicht antiautoritär. Wir haben schon das Gefühl, dass es wichtig ist, gerade weil er was die Orte angeht ein sehr unregelmäßiges Leben hat und man Regelmäßigkeiten setzten muss damit er Sachen hat auf die er sich verlassen kann.

Hat man als Held eigentlich auch Schwächen?

Ach ja klar. Tausende. Der Name Wir sind Helden ist ja von Anfang an ironisch gemeint gewesen und es ist uns klar, dass der natürlich besser funktioniert hätte bei einer Band die kein Schwein kennt (lacht).

Was wollt ihr in eurem Leben noch erreichen? Du hast ein Kind, eine Familie und eine erfolgreiche Band. Gibt es da überhaupt noch etwas das man schaffen will?

Ich denke ein Traum von uns ist es, dass wir uns als Band auf Jahre oder sogar Jahrzehnte etablieren und immer wieder interessante künstlerische Entscheidungen treffen.

Also ist noch kein Ende in Sicht?

Nein nicht wirklich. Wir machen jetzt erstmals eine längere Pause, weil wir einfach körperlich schon ziemlich fertig sind (lacht). Aber im nächsten Frühjahr fangen wir dann wieder an. Dann geht’s wieder los.

Danke!

 

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AutorInnen

Alexander Blach

Alexander Blach

There's probably no god.


- metal for the masses -

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