Ein subjektiver erster Eindruck von Clara Luzias neuem Album.
Clara Humpel ist seit 1999 in der österreichischen Musikszene bekannt. Mit ihrer Band Alalie Lilt hat sie zwei Alben veröffentlicht, bis sie sich 2006 dazu entschied eigene Wege zu gehen, als Clara Luzia. Am 16.April ist Clara Luzias drittes Album erschienen. The Ground Below heißt es, braucht sich aber genauso wenig wie seine beiden Vorgänger im Untergrund zu verstecken.
I was a beautiful boy.
A gorgeous girl.
I was the queen of the wolves.
And the king of the birds.
Clara Luzia spielt auch auf The Ground Below wieder mit Geschlechterrollen,
besingt Zwischenmenschliches genauso wie Politisches und zeichnet
großartige Metaphern, in denen man sich jedes Mal aufs Neue wiederfinden kann.
Eigentlich ist alles gleichgeblieben: Die Melodien sind eingängig, manche machen melancholisch, andere machen glücklich. Die Texte sind aus dem Leben gegriffen, manche regen zum Nachdenken an, andere zum Mitsingen. Das ist aber genau das, was man von Clara Luzia schon gewohnt war.
Vielleicht aber hätte sie diesmal etwas Anderes machen, etwas mehr experimentieren sollen. Irgendetwas, das man noch nicht von ihr kannte.
Besonders sticht da das Stück "Faces" hervor, bei dem Clara Luzia nur den Refrain singt, der Rest des Songs wird von Emma McGlynns Sprechgesang gefüllt. Für mich das beste Stück der gesammten Platte!
Behind the curtains.
There must be someone.
Somebody is awake.
But no faces to the lights appear.
There's only sound in here.
The Ground Below ist ein vollkommen rundes Album, es gibt keinen Song, der nicht passen würde, der einem nicht gefallen könnte. "Faces" sticht zwar hervor, fügt sich aber gleichzeitig auch wunderbar ins Gesamtbild ein.
Was sich musikalisch verändert hat, ist schnell erklärt. Pompöser ist alles geworden - mehr Bläser, mehr Streicher, mehr textliches Selbstvertrauen. Immerhin hat sie sich vom "Lucky Gal" (Railroad Tracks) nun zur "Queen Of The Wolves" entwickelt, wie der erste Track auf The Ground Below heißt.
Die Band ist um ein Mitglied kleiner geworden: Mika Vember (Schlagzeug) geht nun ihre eigenen Pfade und widmet sich verstärkt ihrem Solo-Projekt. Dafür haben sich, wie gesagt, mehr Bläser und die Schwester der Cellistin - eine Bratsche-Spielerin - auf The Ground Below eingefunden.
And here comes the pain again.
Despite all the scars i grew.
To keep me safe from this.
Zusammengefasst: The Ground Below ist großartig ausgeklügelter Pop, wunderbar arrangiert und durchdacht. Perfekt, um den Frühling zu zelebrieren, aber auch jede andere Jahreszeit. Clara Luzia hat sich mehr getraut, auch wenn ich persönlich ihr noch mehr zutrauen würde. Aber wer weiß, was da noch kommen wird. Das war sicher nicht Frau Humpels letzter Streich.
FM5 verlost 2 Exemplare von The Ground Below.
Gewinnspielfrage: Welches bekannte Wiener Gebäude ist auf dem Albumcover von Clara Luzias neuem Album im Hintergrund zu erkennen? Antworten bitte bis 13.Mai an: gewinne (at) fm5.at
...und ich wär' hier so gerne zu hause,
denn die Erde ist mein Lieblingsplanet.
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