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Strom für die Welt

2010-05-02 20:36:29

  • Solarkraftwerk Andasol
  • Nacht Los bei Angeles
  • Muhammad Yunus
  • in von Ausbilung Hausfrauen bangladesch
  • in einer Installation mali Solaranlage

Die Dokumentation Die 4. Revolution – Energy Autonomy von Carl A. Fechner ist nicht nur eine Reportage – sie ist das filmische Manifest einer Initiative, die unsere Welt lebenswerter machen möchte.

Die 4. Revolution zeigt keine Utopie sondern erläutert die beste Möglichkeit, wie wir unsere Energie in Zukunft gewinnen können. Sie handelt von der Wende der Energiepolitik, weg von der zentralen Erzeugung in riesigen Kraftwerken auf Basis fossiler Brennstoffe, hin zur Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen wie der Sonne, dem Wind oder pflanzlichen Produkten. Dieser Schritt zu einer nachhaltigen Wirtschaft wird in Fachkreisen als "Vierte Revolution" bezeichnet, nach der Landwirtschaftlichen, der Industriellen und der Informationsrevolution.

„Das jetzige Energiesystem ist am Ende!“

Dieser Satz stammt von dem deutschen Politiker Hermann Scheer, der sich weltweit für die Anwendung erneuerbarer Energien einsetzt. Er ist einer der Hauptprotagonisten des Filmes und kommt vor allem dann zu Wort, wenn es um die Vorteile erneuerbarer Energien gegenüber den althergebrachten Brennstoffen geht. Deren Verbrennungsprozess, zweifelhafte Fördermethoden und die Endlagerung allfälligen Giftmülls erzeugen oft verschwiegene Mehrkosten und unabsehbare Folgen für die Umwelt. Darum ist es für Scheer notwendig Alternativen zu suchen.

Dass diese entgegen der langläufigen Meinung umsetzbar sind, beweist Fechner anhand mehrerer Beispiele: So versorgt das dänische Nordic Folke Center von Preben Maegaard 50.000 Menschen einzig mit erneuerbar hergestellter Energie. Weiters besucht Fechner Fabriken für elektrische Autos oder das spanische Solarkraftwerk Andasol, mit welchem eine Großstadt mit der notwendigen Energie versorgt werden könnte. Die dazu notwendigen Speichermöglichkeiten werden ebenfalls kurz erläutert, wie Flüssigsalzspeicher oder die Vanadium Redox Flow – Batterie der Chemikerin Maria Skyllas-Kazacos.

„Arm ist, wer seine kreative Energie nicht nutzen kann.“


So lautet die Philosophie des Bankiers Muhammad Yunus, des berühmten Gründers der Grameen-Bank für Mikrokredite. Yunus, dem die Förderung der Ärmsten ein besonderes Anliegen ist, gründete ebenfalls das Unternehmen Grameen Shakti, welches in Bangladesch 8000 Solaranlagen im Monat installiert und somit Haushalten, die noch nie zuvor Strom gehabt hatten, den Zugang zu modernen Technologien ermöglicht. Besondere Aufmerksamkeit schenkt das Unternehmen hierbei Frauen, die in der traditionellen Gesellschaft Bangladeschs den Haushalt über haben und über die von Grameen Shakti vermittelten Fähigkeiten im Umgang mit Elektronik bis zu 100 Dollar im Monat dazuverdienen können.

Das Prinzip, Entwicklung durch ökologische Energien zu fördern, wird auch in Afrika angewandt. Fechner begleitet hierbei Ibrahim Togola vom Mali Folke Center, der seinen Landleuten mittels Solaranlagen und mit Pflanzenöl angetriebenen Motoren wirtschaftlichen Aufschwung und eine verbesserte Lebensqualität ermöglicht. Fechner zeigt hier wie Togola eine Entbindungsstation erstmals mit Strom versorgt –bislang war das einzige verfügbare Licht bei Geburten aus einer Taschenlampe gekommen.

Man muss nur wollen


Die Botschaft von Die 4. Revolution – Energy Autonomy ist, dass der Umstieg auf erneuerbare Energien unumgänglich und nicht unmöglich ist. Dennoch stoßen Versuchsprojekte mit erneuerbaren Energieträgern neben den unvermeidlichen organisatorischen Hürden zusätzlich auf Widerstand aus Politik und konkurrierenden Wirtschaftszweigen.  Fechner verfolgt mit seiner  Dokumentation die Absicht, das entsprechende Problembewusstsein und damit auch den nötigen Willen zur Veränderung zu schaffen, weswegen Die 4. Revolution – Energy Autonomy auch von einer umfassenden Kampagne für den Einsatz erneuerbarer Energien begleitet wird, an der z.B. in Deutschland an die 100 Orte teilnehmen.
Somit kann gesagt werden, dass dieser Film sehenswert ist - allein für seine Dichte an interessanten und gut aufbereiteten Informationen über Problemstellungen, die  jeden von uns in absehbarer Zeit einmal betreffen werden. Dabei regt eigentlich schon die professionelle und ästhetische Ausführung des Filmes zum Ansehen an.

Die 4. Revolution – Energy Autonomy wird ganzwöchig im Votivkino  gespielt sowie wochentags im Apollo und den Village CInemas 3.

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