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Stars shine bright

2008-02-14 03:16:52

  • The Stars
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Die kanadische Band Stars beehrten das Wiener Flex und hinterließen tiefe Spuren der melancholisch-schönen Verwüstung.

Es müsste eine gewaltige Supernova am Himmel erscheinen um die Stars zu überblenden. Selten zuvor konnte man Zeuge eines dermaßen gelungenen Auftritts werden, den die kanadische Band am 13.Februar 2008 im Wiener Flex bot. Bevor sich die Stars eine kurze, aber wohlverdiente Pause gönnen, gab es für das Publikum Schmankerln der besonderen Art: hingebungsvolle Bühnenperformance, untermalt mit träumerisch schönen Songs und ganze vier Zugaben. Oder waren es doch fünf?
Dass die Vorband and besagtem Abend ausfiel, ist nicht weiter schlimm. Den Anfang machten die Stars am besten selbst, in dem Sängerin Amy Millan den Beginn der Nacht verkündete. Ein herzerweichender Zwiegesang mit Frontmann Torquil Campbell, von dem das Publikum im Laufe des Abends noch etliche Male in den Genuss kam. Melancholisch schöne Lieder über Liebe und die unheilsame Welt wechselten einander mit groovigen Popsongs in effektvoller elektronischer Untermalung ab.

Ortswechsel

Neben einigen Anmerkungen während des Konzerts, wie „Oh Gott, ist das schön“, stellte sich einem immer wieder die Frage, wie man überhaupt so wunderbare Musik erschaffen kann. Die Antwort liegt an einem kleinen ländlichen Ort nahe Montreal namens North Hatley. Dorthin ziehen sie sich zurück um Zeit und Raum für ihr musikalisches Schaffen zu finden: „Als wir das letzte Album Set Yourself On Fire gemacht haben, verbrachten wir einen Monat dort. Es ist wirklich angenehm aus der Stadt zu kommen und manchmal hilft es auch näher zusammen zu rücken. Oder zu kämpfen und sich gegenseitig zu foltern. Was eben dabei herauskommt“, erzählt Keyboarder Chris Seligman. Denn von Großstadtgeflüster haben die Stars bereits genug, vor allem wenn man zehn Jahre in New York verbracht hat – wo im Übrigen die Band erstmals als solche zusammen fand und die erste Platte produziert wurde. Chris: „Zu dieser Zeit wollte ich in New York leben. Aber irgendwann wurde ich müde vom arm sein und Musik schreiben. Ich konnte die Stadt nicht wirklich genießen.“ Gesagt, getan und somit wurde der Wohnsitz nach Montreal verlegt, wo sie noch heute ansässig sind.

Vom Anfang nach dem Ende


Die Stars beeindrucken ihre Hörer nicht nur durch träumerisch schöne Melodien, es sind auch die Texte, die einen wesentlichen Beitrag dazu leisten der Musik zu verfallen. „Die Natur meiner Musik ist melancholisch und ich glaube das kommt von meiner persönlichen Traurigkeit“, sagt Chris und erklärt, wie im Grunde ein Stars-Song entsteht: „Normalerweise tue ich mich mit dem Bassisten Evan und dem Drummer Pat zusammen. Wir hängen miteinander ab, schreiben Musik und haben einfach Spaß. Wenn uns etwas gefällt, schauen wir, ob es mehr ein Amy- oder ein Torquil-Song ist. Was eben besser zu wem passt.“ In weiterer Folge schreibt das Front-Duo Amy Millan und Torquil Campbell die Texte, wobei die beiden nicht zwangsläufig über Geschehnisse in ihrem Leben schreiben, sondern ein besonderes Feingefühl dafür haben, Szenarien abzubilden, die viele Menschen beschäftigen.
So auch auf dem aktuellen Album In Our Bedroom After The War (2007), das ebenso facettenreich klingt wie das Leben selbst. Und was sich auf der Platte gut anhört, klingt live noch viel besser. Denn sobald Torquil die Menge mit den Worten „Take me to the riot and let me stay“ auffordert, würde man am liebsten auf die Bühne springen und dasselbe tun. Vorausgesetzt man handelt schnell, denn sobald Songs wie The Beginning After The End ertönen, steht man wie gebannt da und lauscht den wunderbar langsamen Tönen. Diese Musik ist nämlich höchst ansteckend. Aber ansteckend schön.

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AutorInnen

Linda Schürer-Waldheim

Linda Schürer-Waldheim

VerhaltensUNgestörtes Einzelkind, Belegerin diverser Massenstudien mit großem Faible für Alltagseskapismus mittels Ton und Schrift.

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Christian Stipkovits

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