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Marmelade im Schuh: Schimmel und Väter

2008-04-12 00:06:07

  • im schuh marmelade

In dieser Ausgabe der neuen FM5 Kolumne geht es um Väter, Handwerken und Schimmelbefall und warum es gut ist, wenn alles vorbei ist.

"Engpass bei Hustentropfen" titelt eine österreichische Tageszeitung und ich frage mich, ob der Klimawandel nun auch die Medien befallen hat und das berühmte Sommerloch schon im Frühling zu spüren ist. Doch ich lenke vom Thema ab. Das handelt von einem ganz anderen Befall – nämlich Schimmel. Den fand ich in einem Zimmer meiner Wohnung nachdem meine Mitbewohnerin (die ist wieder eine eigene Geschichte wert) ausgezogen ist.

Dass es nicht bei der Schimmelbekämpfung alleine bleiben würde, war mir von der ersten Sekunde an klar, als ich an meinen Vater alias Tim Tailor dachte. So reichte auch ein größerer Heizkörper und eine intelligentere Person, die das Zimmer bewohnen sollte nicht aus, um ihn – meinen Vater – zufrieden zu stellen. Isolieren müsse man.

Tja, und wenn er und sein Werkzeug – das beinahe 22 Quadratmeter einnimmt – schon mal hier sind, dann wäre es doch idiotisch wenn man nicht noch die ganzen Kleinigkeiten richten würde, die über die Jahre angefallen sind. Gesagt, mühevoll getan. Natürlich durfte ein neuer Anstrich nicht fehlen, wenn schon mal alles so schön hergerichtet ist.

Eines Wochenendes sollte er das letzte Mal da gewesen sein – wäre er doch nur fertig geworden. Denn, anstatt die Dinge zu erledigen, um die ich ihn gebeten hatte, hat er natürlich die gemacht, die ihm mehr Spaß machen, wie die Möbel meines neuen Mitbewohners zusammen zu bauen. Ja und anstatt die Sachen zu erledigen, die wichtig für mich wären, erledigte er die, bei denen ich ihm gesagt hatte ich möchte sie selbst machen. Das begründete er damit, dass er nicht möchte, dass ich diese Kleinigkeiten mache. Weil ich sie dann nicht so mache, wie er es will - also falsch. Ja und da wäre dann noch die Sache mit dem pro forma fragen und dann sowieso das tun, was er will. „Kann ich die Boxenkabel abzwicken?“ – „Nein, denn ich werde die Anlage irgendwann wo anders hinstellen, dann brauch ich die langen Kabel“. Naja, es sollte jetzt nicht mehr überraschen, dass er sie natürlich gekürzt hat, denn er mag keinen Kabelsalat.

Gut, dass ich es bin, die in dieser Wohnung lebt und nicht er, hat er sowieso noch nie eingesehen, warum also tun, wie ich es will? Und dass er mir sowieso das gesamte Wochenende nur vorgepredigt hat, was ich nicht alles falsch mache, und wie ich es denn machen sollte war auch toll. Wenig überraschend sollte es nun allerdings sein, wenn ich froh bin, jetzt ein paar Jahre kein Werkzeug mehr zu sehen, auch wenn es sich gelohnt hat, und meine Wohnung jetzt wieder wunderschön ist und ich überglücklich bin.

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AutorInnen

Caroline Kaltenreiner

Caroline Kaltenreiner

...Ich wollte immer eine Prinzessin sein, leider war nur mehr der Part der bösen Hexe frei....

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