Fm5 hat Emanuel Lundgren, den Frontman der schwedischen 30-Mann-Band I'm from Barcelona zum Interview getroffen und mit ihm über die Schweiz, Mozart und einen Footballspieler geredet. Oder so.
Dienstag 01.Oktober 2008. Es ist 12:00 Uhr mittags. Die FM5-Redakteure Herr H. und Herr P. treffen sich nach einer langen Nacht vor den Toren der Arena zu Wien. Auch Herr L. ist da. Und seine Nacht war auch nicht gerade kurz.
Lundgren: Wir haben letzte Nacht im Tourbus lange diskutiert. Über die Welt und solche Sachen.
Genau wie wir, nur ohne Tourbus. Herr Lundgren musste extra wegen uns das mehr oder weniger gemütliche Tourbusbett verlassen, weshalb uns ein bisschen das schlechte Gewissen plagt. Wir entschuldigen uns, doch gleich winkt Emanuel Lundgren ab.
Lundgren: It's my fault.
Stimmt eigentlich. Immerhin hatte er ja die Idee all seine Freunde zusammenzurufen und aus ihnen eine Band zu machen. Jetzt haben sie den Salat: Sie sind auf Europa-Tournee. Schnell wird noch ein Blick auf den Tourplan geworfen und kurzzeitig erwacht das verschlafene Gesicht des Schweden zu Leben, denn morgen erwartet I'm From Barcelona nur eine einstündige Busfahrt in die Schweiz. Wir nicken freundlich, denn auch unsere Gehirne arbeiten noch etwas langsam, bis wir Herrn Lundgren erklären, dass man unmöglich in einer Stunde von Wien in die Schweiz kommen kann. Mit einem Bus zumindest nicht. Außer dieser wird in den Frachtraum eines Flugzeugs geladen.
Nachdem das geklärt ist und der Schock angesichts der langen Busfahrt sich im Blick unseres Interview-Partners festigt, fassen wir einen Plan. Wir alle müssen aufwachen: Los, wir spielen ein Spiel!
Who am I? Where am I from?
Heißt das Spiel, welches wir mitgebracht haben. Wir legen Herrn Lundgren zehn Bilder von mehr oder weniger berühmten Leuten vor. Er muss erraten wer diese Leute sind und wo diese Leute wohnen. Also auch die Staatsangehörigkeit. Ziel ist es sechs von zehn zu erkennen. Um das ganze ein wenig zu erschweren, haben wir die Augen der Personen professionell unkenntlich gemacht. Das sah dann circa so aus:

Lundgrens Antwort zu diesem Bild: "I am a football player. I'm from Germany", war leider absolut falsch. Gleich mal vorweg: Emanuel Lungren hat acht von zehn Bildern geschafft und somit den Hauptpreis - eine klischeehafte Packung Original Salzburger Mozartkugeln - gewonnen.
Gestärkt durch die Kraft von Mirabell lässt sich nun auch die normale Interview-Situation mühelos bewältigen.
FM5: Ihr seid schon sehr früh von dem Major Label EMI-Records Schweden gesignt worden. Unbekannte, taufrische Bands werden in letzter Zeit ja immer öfter sofort von Majors unter Vertrag genommen. Woher kommt deiner Meinung nach dieser Trend?
Lundgren: In den letzten Jahren hat sich ein großer Wandel in der Musikindustrie vollzogen. Es ist für jedes Label eine Herausforderung geworden kreativ zu sein. Das ist natürlich auch für EMI eine große Herausforderung, aber es macht mir nichts aus bei einem Major Label zu sein. Wären wir nicht auf einem so großen Label, wäre es für uns niemals möglich gewesen unsere Platte so schnell in so großem Stil zu veröffentlichen.
Aber Major Labels haben ja den Ruf, die Künstler in ihrer Kreativität einzuschränken und ihnen Vorgaben zu machen. Ist dies auch bei euch der Fall?
Nein gar nicht, die Leute von EMI arbeiten ja für uns, nicht wir für sie. (lacht)
Ist es sehr anstrengend jeden Abend auf eurer Tour so viel gute Laune und Heiterkeit versprühen zu müssen?
Wir versuchen mit dem neuen Album nicht nur Euphorie und Fröhlichkeit auszudrücken, wir versuchen nun viel mehr Gefühle einzufangen. Wenn wir alle Gefühle so ausdrücken könnten, wie wir in den letzten zwei Jahren Fröhlichkeit ausgedrückt haben, dann wäre das wunderbar. Heute abend werden wir jedenfalls auf der Bühne bluten.
Du hast gerade euer neues Album Who killed Harry Houdini angesprochen. Die französische Sängerin Soko unterstützt euch bei einem Song des neuen Albums. Wie hat sich diese Zusammenarbeit ergeben?
Wir haben uns auf einem englischen Festival kennengelernt und dort auch beschlossen eine Tour gemeinsam durch Frankreich zu machen. Als wir dann auf dieser Tour eines Abends zu später Stunde, ziemlich später Stunde (lacht), auf das Aufnehmen und Produzieren von Platten zu sprechen kamen, schlug ich Soko vor auf unserer nächsten Platte mitzumachen. Als sie zusagte, war ich ziemlich aufgeregt, weil ich Angst hatte, sie würde mit falschen Vorstellungen an die Arbeit herangehen. Diese Befürchtungen lösten sich allerdings rasch in Luft auf. Sie hat eine wundervolle Stimme. Und nun darf ich mit großer Wahrscheinlichkeit auch ein Stück auf ihrem nächsten Album mitgestalten.
In einem anderen Interview hast du gesagt, dass du beim Songwriting auch von Tierfilmen beeinflusst wirst. Wie genau wirkt sich das auf die Musik von I’m From Barcelona aus?
Ich besitze sehr viele DVD-Sammelboxen mit Tierfilmen, die mich von Kindheit an begleitet haben. Ich kann aber jetzt auch nicht genau sagen, inwiefern unsere Musik davon genau beeinflusst wird. (lacht)
Aber ich bin neben der Musik auch als Designer tätig und als Designer liebe ich es Tiere in meine Arbeiten miteinzubeziehen.
Ist es wahr, dass der spanische Fußballclub FC Barcelona euren Song We are from Barcelona als eine Art Hymne verwendet?
Ich weiß nicht genau, aber ich denke die Presse hat dieses Gerücht verbreitet, aber vielleicht ist ja sogar etwas dran. Unser erstes Konzert außerhalb Schwedens war zufälligerweise in Spanien. Das Konzert war restlos ausverkauft, aber nur aufgrund der Tatsache, dass wir das Wort "Barcelona" in unserem Namen haben, nicht unserer Musik wegen. Die Leute waren dann nur mäßig begeistert von unserer Musik, außerdem verwirrte sie wohl die Tatsache, dass wir 28 Leute auf der Bühne waren. Seitdem sind einige verrückte Dinge in Spanien passiert.
Gewinnspiel:
Wir verlosen 1x1 Exemplar des Albums Who killed Harry Houdini von I’m from Barcelona, erschienen bei EMI-Records. Du musst uns nur verraten, wer sich denn nun tatsächlich hinter dem oben gezeigten Bild versteckt und was für eine Staatsangehörigkeit derjenige (oder diejenige?) hat.
Sende deine Antwort an: gewinne (at) fm5.at
...und ich wär' hier so gerne zu hause,
denn die Erde ist mein Lieblingsplanet.
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