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Found On Tv - Moriarty.

2009-02-04 04:21:56

  • i mor arty
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Manchmal gibt es sie doch noch. Die Momente, in denen das Fernsehen mir etwas beibringt, mich weiter bringt und mir etwas zeigt, dass ich sonst nicht gesehen hätte. Diesmal: Die französische Band Moriarty.

Mit der mäßigen Motivation eines geübten Fernsehprogramm-Zappers habe ich mich vor ein paar Tagen wieder einmal durch die 26 Programme meines Fernsehapparates durchgeklickt. Vorbei an den Gilmore Girls, dem King Of Queens, Spongebob, ein kurzer Stopp bei The Nanny und weiter über die Zeit Im Bild, zu einer schrecklich netten Familie und so weiter, bis ich plötzlich auf Kanal Nummer 4 hängen blieb.

Auf Kanal Nummer 4 ist bei mir 3Sat eingespeichert. Das hat keine besondere Bewandtnis, immerhin befindet sich auf Kanal 8 nur graues Rauschen, genau wie auf den Kanälen 27 bis 99, mit der Ausnahme von Kanal 98, wo sich ein tschechischer Sender eingenistet hat. Was weiß ich warum, aber es ist so und ich habe mich daran gewöhnt.

And the buffaloes used to say...


Gerade lief die Sendung kulturzeit, die ich schon früher gerne gesehen hatte. Es geht fast immer um Themen, die mich interessieren oder zumindest nicht langweilen. Was mir immer schon gut an kulturzeit gefallen hat, ist, dass die Sendung jedes Mal mit einem Musikvideo endet. Immer nur kurz anmoderiert, aber wertfrei, so dass der Zuseher damit ganz allein gelassen wird. Was man dann daraus macht, bleibt einem selbst überlassen.

Ich habe genau zum Ende der Sendung hingeschalten, als sich der Moderator gerade noch verabschiedete und ein Video der Band Moriarty zu ihrem Song "Jimmy" ankündigte. Von dieser Band hatte ich noch nie etwas gehört, und da ich den alten, üblichen Fernsehmist an diesem Tag schon satt hatte, legte ich die Fernbedienung zur Seite und erwartete voller Spannung das Musikvideo.

...be proud of your name.


Als das Lied beginnt, hält sich meine Begeisterung in Grenzen. Es ist ein Country-Song. Ich mag die Musikrichtung Country, wenn sie von Bright Eyes genützt wird um Songs aufzupeppeln, oder wenn die Dixie Chicks das machen, aus nostalgischen Gründen. Aber sonst bin ich eigentlich kein Fan davon. Nichts, was ich mir in den CD-Player schiebe und tagsüber höre, jedenfalls.

Und dennoch: Ich bleibe dran. Schaue mir das relativ gut gemachte Video bis zum Schluß an. Der Songtext irritiert mich: Es geht um eine Familie in der alle Jimmy heißen, mit Nachnamen Buffalo und um echte Büffel, die dem kleinsten Jimmy Mut machen wollen. Was auch immer. Ich zappe ziellos weiter. Doch vorher mache ich etwas unerwartetes: Ich notiere mir "Moriarty - Jimmy" auf einem meiner kleinen Zettel.

Yeah, the buffaloes used to say...


Als ich am nächsten Morgen aufwache, habe ich nur einen Gedanken: Dieses Lied. Wie hieß es nochmal? Wer war die Band? Ich laufe ins Wohnzimmer und krame zwischen all meinen Notizzetteln, bis ich den richtigen gefunden habe. Sofort fahre ich den PC hoch und gebe bei YouTube den Bandnamen Moriarty ein. "Jimmy" ist gleich das erste Video, das erscheint, aber es erscheinen noch viel mehr Videos dieser Band. Und auf Myspace finde ich noch mehr andere Songs von Moriarty.

Ich höre "Jimmy" rauf und runter, lache über den scheinbar sinnlosen Text, der mir doch nahe geht. Ich höre "Private Lily", ein Song, in dem sich ein 19jähriges Mädchen dazu entschließt, in den Krieg zu ziehen. Und ich entdecke eine unglaubliche Coverversion von "Enjoy the silence" von Moriarty. Die Stimme der Sängerin ist mir schon so ans Herz gewachsen und auch die netten Videos von Acoustic Sessions der Band auf YouTube schaue ich immer wieder an.

...be what you are.


Ich fange an über Moriarty mehr wissen zu wollen. Ich entdecke eine Myspace-Page, aber keine offizielle, eigene Homepage. Ich lese, dass Moriarty in Frankreich schon fast Superstars sind und hunderttausende Platten verkaufen. Ich erfahre, dass am 9.Februar ein neues Album in England herausgebracht wird und dass die Band fleißig tourt - überall hin, nur nicht nach Österreich.

Dabei gibt es hier mindestens einen Fan: mich. Und ohne das Fernsehen wäre das wahrscheinlich nicht passiert, oder später, oder anders. Und dass es die Dixie Chicks eh immer noch gibt, hätte ich ohne das alles wohl auch nicht mehr erfahren.

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AutorInnen

Christian Pausch

Christian Pausch

...und ich wär' hier so gerne zu hause,

denn die Erde ist mein Lieblingsplanet.

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