Regen und Sonnenschein, Circle-Pitts und Spanferkel, Helden und Trash: das war das Picuture-On Festival im burgenländischen Bildein.
„Hat, a geiles Wochenende“ würden die Burgenländer sagen, aber auch der Rest der Welt muss zugeben, dass das, was die Bildeiner Jahr für Jahr auf die Beine stellen, beachtlich ist. Für die zwei Tage im Jahr, in denen sich der Dorfplatz von Bildein zum Picture-On verwandelt, herrscht dort nämlich Ausnahmezustand. Die Menschen, ob Jung, ob Alt, besuchen nicht nur das Festival, sie helfen auch tatkräftig mit. Fast kitschig harmonisch ist hier das miteinander, aber eben nur fast.
Doch da nie alles perfekt sein kann, gibt es auch so etwas wie den „Picture-On Fluch“: kaum ein Jahr geht vorüber, in dem es nicht zumindest an einem Tag regnet. Heuer sogar an beiden Tagen. Doch noch einmal von vorne.
Der erste Tag war auf jeden Fall zum Aufwärmen da. Mit No Head On My Shoulders, Mauf und Subscribe stimmten sich die ersten Festivalbesucher schon einmal auf das Folgende ein. Der Platz vor der Bühne füllte sich dann auch gemächlich, als die Fotos die Bühne betraten und sich während ihrem Auftritt auch kontinuierlich steigerten. Blöde Wortwitze darüber, dass die Fotos in Bildein wären, blieben Gott sei Dank aus und so konnten die Mädels in der ersten Reihe ungehindert vor sich hin schmachten.
Doch die Stimmung sollte weiter steigen und das Rundherum sollte auch noch so bunt werden, wie es die Veranstalter versprachen, also half alles nichts und Roy Paci & Aretuska mussten auf die Bühne: denn die italienische Ska-Combo verstand es, Zuckungen in den Beinen des Publikums auszulösen. Und die Menschen tanzten. Ausgerechnet am Höhepunkt des Abends setzte – klassischerweise – der Regen ein. Wer Uriah Heep und Clawfinger sehen wollte, durfte also nicht aus Zucker sein. Wer durch hielt, sah dafür eine lustige, süße Show von den Altrockern von Uriah Heep und auch Clawfinger zeigten dem Publikum wo’s lang geht. Nachdem Frontman Zak Tell vergeblich versuchte dem Publikum bei zu bringen, was ein Circle Pitt ist, (nicht zu verwechseln mit einem Circle Pig – frei übersetzt: Spanferkel) kam er schließlich zu Demonstrationszwecken selbst ins Publikum.
Und da wären wir auch schon bei Tag Zwei: besseres Wetter, noch besseres Lineup. Es regnete zwar auch am Samstag, doch nur am Nachmittag, was durchaus verkraftbar war. So fanden sich nach einigen Regentropfen Jesus Christ Smokes Holy Gasoline (Interview auf fm5.at ) ein, um die Stimmung mit ihrem Ska-Punk aus Österreich wieder etwas aufzuheizen. Martin Jondo versprühte noch ein wenig Reggae Atmosphäre, ehe die trashigen Staggers die Bühne betraten und mit ihren Garage Klängen die Festivalbesucher ordentlich in Tanzstimmung brachten. Danach versetzten die hübschen Jungs von Sugarplum Fairy die Mädchenherzen der ersten Reihe zum Springen.
Unumstrittener Headliner des Wochenendes waren Wir sind Helden (Interview auf fm5.at), die mit neuen und alten Hits auch noch den letzten freien Platz im Publikum zu füllen wussten. Einen etwas harten Ausgang fand das Festival mit dem Auftritt der ungarischen Ektomorf.
Alles in allem handelt es sich beim Picture-On um ein kleines, sehr feines Festival, das ausnahmsweise mit Freundlichkeit, Gemütlichkeit und fairer Preispolitik beim Publikum punkten kann und nur zu empfehlen ist. Und sei es nur, um die gute Stimmung aufzunehmen.
...Ich wollte immer eine Prinzessin sein, leider war nur mehr der Part der bösen Hexe frei....
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